Doogee Mix 2 im Test – 6 Zoll Smartphone mit Gesichtserkennung

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Die Namensgebung des neuen Top-Modells von Doogee zeigt, welche Ambitionen der chinesische Hersteller mit dem Doogee Mix 2 verfolgt. Die Mission lautet ein möglichst großes Display in ein kompaktes Gehäuse zu packen, wodurch es zum fast randlosen Smartphone wird – der Smartphone-Trend dieses Jahr. Doch das Mix 2 grenzt sich von Konkurrenzmodellen ab und bietet ein Feature, welches auch im neuen iPhone X integriert ist: die Gesichtserkennung.

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Technische Daten

Display
5,99″, 2160 x 1080p FHD+, 403 ppi

Prozessor
Helio P25 CPU, Octa-Core @2,5 GHz

Grafikchip
Mali-T880

Arbeitsspeicher
6 GB RAM

Interner Speicher
64 GB

Hauptkamera
16 MP + 13 MP ƒ/2.0

Frontkamera
8 MP + 8 MP

Akku
4.060 mAh

Konnektivität
LTE B1/B3/B7/B8/B20, WiFi 802.11b/g/n, Bluetooth, GPS

Features
Gesichtserkennung, Nano-SIM, Fingerabdrucksensor

Betriebssystem
Android 7.1.1.

Abmessungen
16,6 x 7,4 x 0,96 cm

Gewicht
220,5 g

Release
06.11.2017

Design

Das Doogee Mix 2 unterscheidet sich im Design deutlich von seinem Vorgänger, dem Doogee Mix. In der zweiten Generation ist das Smartphone mit dem 6 Zoll Display und dem 18:9 Seitenverhältnis deutlich länger und schmaler. Damit ähnelt es am stärksten dem MAZE Comet. Allerdings fällt es mir schwer, rein optisch ein direktes Vorbild auszumachen, denn trotz der Ähnlichkeit zum Comet besticht das Mix 2 durch eine leicht gebogene Ober- und Unterseite. Dadurch geht es den Trend der randlosen Smartphones nicht ganz mit. Smartphones wie das Vernee Mi Mix 2 setzen nämlich nur noch auf einen sichtbaren Displayrand an der Unterseite. Trotzdem bleibt kein Platz für berührungsempfindliche Tasten oder einen physischen Button.

Wir haben die blaue Version des Mix 2 und die ist auf ihre Weise schon ein gewisser Hingucker. Ob man die Farbe mag, muss jeder selbst wissen, mein Fall ist es nicht unbedingt. Die Rückseite strahlt, sammelt aber schon nach kurzer Zeit Fingerabdrücke. Das tut ebenfalls der auf der Rückseite verbaute Fingerabdrucksensor, allerdings um das Gerät zu entsperren. Dazu allerdings später mehr. Direkt darüber befinden sich die zwei Kameras, mit dem LED Blitz direkt rechts davon. Sonst ziert nur noch das Doogee Logo die Rückseite. Praktisch ist, dass die Rückseite an den Kanten leicht abgeflacht wurde, was einen besseren Halt in der Hand nach sich zieht. Persönlich finde ich es deswegen etwas angenehmer in der Benutzung als das Vernee Mix 2.

Dafür fällt es mit 220,5 g aber auch etwas schwerer aus als die Konkurrenz und ist sogar deutlich schwerer als das Xiaomi Gerät, dass die 200er Marke nur leicht überschreitet. Einen etwas negativen Beigeschmack hinterlassen auch Doogees falsche Größenangaben. Mit Abmessungen von 16,6 x 7,4 x 0,96 cm ist das Handy glatt einen halben Zentimeter länger und 0,1 cm dicker als vorher angegeben. Trotzdem ist das Mix 2 noch kein „Klotz“; im Vergleich zum Xiaomi Handy allerdings deutlich dicker.

Verarbeitung

Dafür ist es umso robuster und an der Verarbeitung lässt sich nur wenig bemängeln. Es fühlt sich schon ab dem ersten Moment hochwertig an. Zwar besteht die Rückseite anscheinend aus Plastik, der Gehäuserahmen dafür aber aus Metall. Ein kleiner Kritikpunkt wären die drei Tasten, die sich an der rechten Seite befinden. Der Druckpunkt ist in Ordnung und durch die schraffierte Oberfläche bekommt man ein haptisches Feedback bei Benutzung. Dafür sind diese aber etwas locker und haben leichten Spielraum nach links und rechts. Auch wenn das der Funktion keinen Abbruch tut, hätte man da genauer arbeiten sollen.

Display

Die Bildschirmdiagonale beträgt insgesamt 5,99, also 6 Zoll, genau wie das Xiaomi Mi Mix 2, während der Vorgänger mit „nur“ 5,5 Zoll auskommen musste. Bei der Auflösung geht der chinesische Hersteller keine Kompromisse ein und spendiert seinem Flaggschiff ein Full HD+ Display mit einer Auflösung von 2160 x 1080p. Bei einem 6 Zoll Display ist das meines Erachtens aber auch notwendig. So ergibt sich eine Pixeldichte von 403 ppi, also 403 Pixel pro Zoll.

Das Display liefert insgesamt einen zufriedenstellenden Eindruck ab. Die Helligkeit ist in Ordnung, Farben kommen allerdings nicht so gesättigt daher, wie bei aktuellen Flaggschiff-Modellen. Ebenso schwächelt der Kontrast etwas, aber bei Tageslicht ist alles problemlos erkennbar. Optimierungsmöglichkeiten in der Software sind leider nicht gegeben. Adaptive Helligkeit ist hier das höchste der Gefühle, was definitiv ausreicht, aber Voreinstellungen bezüglich des Kontrasts wären ein netter Bonus gewesen.

Also Voreinstellung hat das Mix 2 diesen orangen Hintergrund, der sich gut von der schwarzen Verpackung abhebt.

In Sachen Berührungsempfindlichkeit bin ich absolut zufrieden, denn der Bildschirm reagiert schnell und flüssig auf Eingaben. Hier hat man in gerade bei Budget-Smartphones schon weniger sensitive Displays in der Hand gehabt. Eine gewisse Spiegelung ist selbstverständlich vorhanden, die hält sich aber in Grenzen. Im Alltag fällt das nicht negativ auf, besonders nicht, wenn man einen farbintensives Hintergrundbild benutzt. Lustigerweise hat der Hersteller den Bildschirm mit einer Folie bedeckt, die aber nicht zu hundert Prozent passt und generell etwas zu schmal ist.

Hardware

Viele chinesische Smartphones fokussieren sich momentan leider auf ein schönes Äußeres, statten das Smartphone dann aber nur mit mittelmäßiger Hardware aus. Deswegen freue ich mich, dass Doogee im Mix 2 den Helio P25 verbaut, der mit bis zu 2,5 GHz taktet. Der Prozessor ist zwar keine Neuheit, sorgt aber für eine ordentliche Power und ist in dieser Preisklasse angemessen. Allerdings hat Doogee schon den Vorgänger mit dieser CPU ausgestattet. Da fehlt mir persönlich der Sprung nach vorne, trotzdem bleibt es ein guter Prozessor.

Für Spiele arbeitet die Mali-T880 GPU zuverlässig. Besonders in Kombination mit den sehr großzügigen 6 GB RAM kann man mit dem Mix 2 auch gut zocken. Asphalt Extreme, ein grafisch recht anspruchsvolles Rennspiel, lief von vorne bis hinten flüssig und einwandfrei. Besonders auf einem 6 Zoll Display macht das Spaß! Für Spiele ist mit 64 GB internem Speicher auch genügend Platz. Wer möchte, kann auch per microSD-Karte aufstocken.

3D-Spiele wie Ashpalt Extreme bereiten dem Doogee keine Probleme.

Das Doogee Mix 2 ist sowohl zum Zocken als auch für Alltagsanwendungen bestens gewappnet. Facebook durchzuscrollen und Videos anzuschauen ist keine Meisterleistung, kann aber auf manchen Budget-Smartphones schon für Ruckler sorgen. Beim Mix 2 ist das kein Problem. Das beweisen auch die Benchmarktestergebnisse.

Hier hinkt das Doogee generell etwas hinter dem aktuellen Xiaomi Mi A1 hinter her, das in der gleichen Preiskategorie spielt.

Akku

6 Zoll Display, leistungsstarke CPU, 6 GB RAM: So viel Leistung möchte entsprechend mit Strom versorgt werden. Dafür setzt Doogee hier auf einen Lithium-Ionen Akku mit einer Kapazität von 4.060 mAh. Nicht so groß wie zum Beispiel beim Vernee Thor Plus, jedoch ausreichend für einen Tag regelmäßigen Smartphone-Betrieb. Im durchgeführten Benchmark erreicht das Telefon einen durchschnittlichen Wert. Da war der große Konkurrent aus dem Hause Xiaomi durch die Optimierung im Betriebssystem wesentlich effizienter – trotz deutlich geringerer Akkukapazität.

In der Akkumessung erreichte es einen Wert von 7 h und 12 min bei mittlerer Helligkeit, eingeschaltetem WLAN und mit ausgeschalteter, adaptiver Helligkeit. Damit ist es gleichauf mit dem Mix 2 von Vernee.

Der Wert lässt sich mit dem des Vernee Mix 2 vergleichen – sehr solide!

Kamera

Auffällig sind die zwei Dual Lens Kameras, einmal auf der Rückseite, einmal auf der Vorderseite. Die beiden Sensoren auf der Rückseite bieten eine Auflösung von je 16 Megapixeln und 13 Megapixeln und sollen dadurch einen schönen Bokeh-Effekt kreieren. Durch die Blende von ƒ/2.0 ist die Linse relativ lichtstark.

Hauptkamera

In der Regel verwöhnen einen die Kameras der China-Smartphones nicht mit besonders beeindruckenden Fotos. Die Dual Lens Kamera dieses Geräts macht da keine Ausnahme, macht allerdings trotzdem keine schlechten Fotos. Wenn die Lichtverhältnisse stimmen, können sich die Fotos echt sehen lassen. Das Farbprofil erscheint zwar stellenweise etwas flach, lässt aber so etwas Raum für Nachbearbeitung. Sie gefallen mir deswegen deutlich besser als die Resultate des HomTom S8.

Eine deutliche Schwäche zeigt die Kamera bei schlechtem Licht – fairerweise muss man sagen, dass das bei den meisten anderen China-Smartphones auch der Fall ist. Hier zeigt sich, dass man einen Sensor ausgewählt hat, der nicht so lichtempfindlich ist. Dadurch erhöht sich die Verschlusszeit, was in der Kamera-App deutlich spürbar ist. Da schafft nur der Blitz Abhilfe, der dafür aber auch solide funktioniert.

Frontkamera

Zwei Frontkameras sind noch längst kein Standard bei den Mittelklasse-Smartphones. Beide lösen beim Mix 2 mit 8 Megapixeln auf, sind aber nicht für einen Portrait-Modus gedacht. Eine Linse, respektive die rechte Kamera, ist ein Weitwinkelobjektiv mit einem Aufnahmewinkel von 130°. Das gleicht schon fast einer Action Cam und ist damit besonders praktisch für Gruppenselfies, verleiht aber auch normalen Fotos einen coolen Look. Ein kleines Feature, das so einfach aber effektiv ist – schön mitgedacht.

Die rechte Kamera ist mit einem Weitwinkelobjektiv ausgestattet.

Die Aufnahmen sind für Frontkamera-Verhältnisse auch durchaus sehenswert. Bei künstlicher Belichtung, wie in unseren Büroräumen, entsteht ein leichter, lilaner Farbstich auf den Fotos, der aber noch verschmerzbar ist.

Links: „Normale“ Frontkamera; Rechts: Weitwinkel Frontkamera mit 130° Aufnahmewinkel.

Gesichtserkennung möglich

Eine weitere, spannende Möglichkeit der Doppelkamera auf der Frontseite, ist die Smartphone-Entsperrung durch Gesichtserkennung. Spätestens seit Android 5.0 ist Gesichtserkennung nicht mehr wirklich neu und wurde z.B. durch Iris Scans wie beim HOMTOM HT10 benutzt. Apple hat dieser Technologie mit dem iPhone X noch einmal neuen Aufschwung verliehen.

Leider benutzt das Doogee Mix 2 nicht beide Kameras, um das Gesicht zu scannen. Ein wirklichen Scan führt das Handy auch gar nicht durch, vielmehr nimmt es ein Foto auf, dass dann mit dem, was sich vor der Linse befindet, abgleicht. Im Test funktioniert die Entsperrung dadurch zwar relativ zuverlässig, von der Schnelligkeit eines OnePlus 5T oder dem iPhone X ist es aber meilenweit entfernt. Es braucht eine gute Sekunde, damit sich das Smartphone entsperrt. Ebenso funktioniert es zwar nur mit meinem Gesicht, aber dafür auch wenn ich meine Augen geschlossen halte.

Der größte und in meinen Augen wirklich sinnlose Fehler ist das Problem, dass Gesichtserkennung und Fingerabdrucksensor nicht gleichzeitig benutzt werden. Wenn man also sein Gesicht einrichtet, löscht das Doogee den vorher eingespeicherten Fingerabdruck. Andersrum genauso. Meine Frage: Warum? Hoffentlich behebt Doogee dieses Problem in Zukunft noch per Softwareupdate.

Betriebssystem

Im Auslieferungszustand befindet sich Android 7.1.1. auf dem internen Speicher des Smartphones. Generell befindet sich keine Bloatware auf dem Smartphone und alle wichtigen Google Dienste sind bereits installiert. Das ist immer schön zu sehen, gehört aber mittlerweile fast zum Standard. In den Einstellungen findet man bis auf die Gesichtserkennung keine nennenswerten, zusätzlichen Einstellungsmöglichkeiten. Optisch weicht es durch ein eigenes Icon-Pack aber trotzdem etwas vom Stock Android-Aussehen ab.

In der kurzen Zeit der Benutzung hat Doogee schon zwei Softwareupdates bereitgestellt. Wir hoffen, dass das so weiter geht und das Handy dadurch noch kleine Optimierungen erfährt.

Konnektivität & Extras

Die Versorgung mit allen gängigen drahtlosen Verbindungsmöglichkeiten lässt keine Wünsche offen. Für eine gute Netzabdeckung sorgen LTE B1/B3/B7/B8 und Band 20. Auch 802.11b/g/n WiFi, Bluetooth und GPS sind natürlich mit an Bord. Das Handy kann per OTG auch als Powerbank benutzt oder mit USB-Sticks verbunden werden. Man hat ebenfalls die Möglichkeit zwei Nano-SIM Karten einzusetzen, dann kann man das Mix 2 aber nicht mit einer microSD-Karte mit zusätzlichem Speicher versorgen.

Doogee setzt auf einen USB Typ-C Anschluss.

Im Lieferumfang befindet sich allerdings kein OTG-Adapter, dafür aber natürlich das Mix 2, ein USB-C Kabel, ein 5V 2A Ladegerät, eine Handyhülle und die Gebrauchsanweisung inklusive Garantiekarte.

Das Doogee Mix 2 kommt in drei verschiedenen Farben: Champagner Gold, Keramik Schwarz und Ozeanblau.

Unser Fazit

Liest man sich die technischen Spezifikationen und die beworbenen Features durch, lässt das die Herzen eines Smartphone-Enthusiasten höher schlagen. Das Display, das Design, die Kombination aus Speicher und Prozessor sowie die Gesichtserkennung versprechen viel. Oft werden Aspekte wie der Akku oder die Kamera vernachlässigt, um noch in dem veranschlagten Preissegment zu bleiben, Doogee zeigt sich allerdings überall großzügig.

Die Versprechen kann Doogee nur bedingt erfüllen. Vieles macht man hier richtig: bei der Performance kann man nichts beanstanden, die Akkulaufzeit ist insgesamt sehr solide, das Display ist ebenfalls gut und die Kamera ist gerade für China-Verhältnisse wirklich brauchbar. Ein kleines Highlight ist die Weitwinkel-Frontkamera, allein schon, weil das bisher kaum ein Smartphone hat. Und ja – auch die Gesichtserkennung funktioniert gut. Ich habe mich da jetzt schon so dran gewöhnt, dass ich bei einigen anderen Smartphones darauf gewartet hab, dass es sich von allein entsperrt.

So weit, so gut. Allerdings macht Doogee hier auch einiges falsch: Generell gefällt das Design und die Verarbeitung, aber man hat das Gefühl, dass man das Smartphone auch dünner hätte entwerfen können. Hinzukommen beschönigte Werte bezüglich den Abmessungen. Außerdem muss man sich zwischen Gesichtserkennung und Entsperrung per Fingerabdrucksensor entscheiden. Beides sollte möglich sein und wäre am benutzerfreundlichsten.

Insgesamt gefällt mir das Doogee Mix 2 gut, auch wenn es Schwächen im Design gibt, aber Doogee geht damit in die richtige Richtung. Zur Einschätzung muss man den Preis berücksichtigen. Für gut 200 Euro bekommt man auch ein Xiaomi Mi A1, welches sich dieses Jahr zu einem Redaktionshighlight entwickelt hat. Dieses bietet eine bessere Kamera und ein schickeres Design. Dafür bekommt man beim Doogee Mix 2 Gesichtserkennung und die praktische Weitwinkel-Frontkamera.

  • Gute Performance – 3D-Anwendungen kein Problem
  • Gesichtserkennung
  • Weitwinkel-Frontkamera
  • USB Typ-C
  • solide Akkulaufzeit
  • Gesichtserkennung und Fingerabdrucksensor nicht gleichzeitig nutzbar
  • Kamera bei schlechten Lichtverhältnissen schwach
  • Gehäuse nicht komplett aus Metall