Proscenic 790T Saugroboter mit App- und Alexa-Steuerung für 224,98€ im Test

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Proscenic ist ein chinesischer (welche Überraschung) Hersteller von Haushaltsgeräten, der zum Vorteil von uns seine Produkte auch über Amazon vertreibt. Wenn du dir gerade deine Wohnung anschaust und denkst „oh Mann, wie sieht es hier denn aus?“, kann der Roboter sich dank schnellem Versand gleich morgen um deine vier Wände kümmern. Aber HALT! Wollen wir das überhaupt? Wir haben den Proscenic 790T getestet.

  • Proscenic Coco Smart 790T Saugroboter
    • bei AliExpress für 224,98€ (aus DE) | Amazon für 251,10€ (Gutschein: PYX55ETE, Prime-Versand)
  • Zubehör-Set (Bürstenköpfe, HEPA-Filter, Mikrofasertuch)
    • bei Amazon für 15€

Technische Daten des Proscenic 790T

Proscenic 790T
DEEBOT OZMO 930

Saugkraft
1200 pa
1200 pa

Navigation
Chaos-Prinzip, Z-Shaped
Laser-Raumvermessung

App
Proscenic Robotic (Android, iOS)
s. Artikel

Lautstärke
60 dB
65 dB

Akku
2600 mAh
3200 mAh

Staubkammer/Wassertank
0,3 l/ 0,1 l
0,47 l, 0,3 l

Ladezeit
5 h
4-5 h

Arbeitszeit
100 Min.
120 Min.

Gewicht
3,9 kg
3,9 kg

Maße
33 x 33 x 9 cm
35,4 x 35,4 x 10,2 cm

Steigungen
15°, bis zu 2 cm
15°, bis zu 2 cm

CE-Kennzeichen
ja
ja

Features

  • App-Steuerung
  • Mapping
  • Alexa-Steuerung
  • Wischfunktion
  • Mapping
  • Raumeinteilung
  • App-Steuerung
  • Wischfunktion
  • Teppicherkennung
  • Alexa-Steuerung

Lieferumfang

Im Lieferumfang finden sich außer dem Saugroboter:

  • Fernbedienung (somit Roboter auch ohne App nutzbar, leider ohne zwei AAA-Batterien)
  • Ladestation mit EU-Ladekabel
  • sechs (!) zusätzliche Bürstenköpfe (zwei bereits auf Unterseite des Roboters angebracht)
  • zusätzlicher HEPA-Filter (einer bereits in der Staubkammer)
  • zwei Mikrofasertücher
  • 0, l Wassertank
  • kleines Reinigungswerkzeug
  • Bedienungsanleitung (unter anderem auf Deutsch)
Viele Ersatzteile finden sich im Lieferumfang.

Joa, was soll man sagen. Wer schonmal einen Saugroboter-Test gelesen hat, der weiß: Dieser Lieferumfang ist absoluter Standard. Dafür finden sich aber ganze sechs zusätzliche Bürstenköpfe und vier Mikrofasertücher mit im Paket. Die Tücher lassen sich auswaschen, besonders praktisch sind die Bürstenköpfe, da diese im Laufe der Zeit verschleißen. Löblich, so viele beizulegen.

Wer keine Lust auf App- oder Alexa-Steuerung hat, benutzt die Fernbedienung (aus den 80ern?).

Design und Verarbeitung

Der schwarz-goldene Saugroboter ist mit den Maßen 33 x 33 x 9 cm ein weder besonders flacher, noch besonders hoher Roboter. Nachmessen, ob er unters Sofa oder andere Möbelstücke passt, sollte man vor dem Kauf dennoch. Klar, die Optik ist Geschmackssache, die goldene Farbe wirkt aber nicht billig – wie es etwa beim GBlife 680G der Fall war. An sich ist der Proscenic in Sachen Design weder ein besonderer Vorreiter, noch wurde irgendwas falsch gemacht.

Das Design ist nicht uninteressant, am Ende des Tages aber auch nichts besonderes.

Alle Einzelteile sind sauber miteinander verarbeitet, außer dem Bumper (der wackeln soll) wackelt nichts. Der verwendete Kunststoff ist zwar nicht so hochwertig wie der bei den Xiaomi-Modellen, billig wirkt er aber auch nicht. Unter der Klappe auf der Oberseite findet sich die 0,3 l kleine Staubkammer. Diese Füllmenge reicht in einer 80 m² großen Wohnung für eine Reinigung (je nach Verschmutzung natürlich), danach muss man diese aber definitiv leeren. Etwas größer darf eine Staubkammer schon sein.

Unter der Klappe auf der Oberseite findet sich die Staubkammer.
Die Größe der Staubkammer ist durchschnittlich.

Das Display und Bedienelemente

Über das Display lässt sich nur die Uhrzeit ablesen (wozu auch immer man die überhaupt auf einem Saugroboter benötigt) und die geplante Uhrzeit „eintragen“. Oberhalb der Uhrzeit-Anzeige findet sich der On-Off-Button, über den sich der 790T starten und stoppen lässt. Zur linken und rechten der Anzeige finden sich jeweils zwei Bedienelemente, die man dank mitgelieferter Fernbedienung und App-Steuerung aber wohl so gut wie nie nutzen wird (es sei denn, man bückt sich gerne).

Das Display des Roboters.

Die über die LEDs verwendbaren Funktionen kurz aufgelistet:

  1. Charging: Der Saugroboter sucht den Weg zurück seiner Ladestation um den Akku aufzuladen.
  2. Clean: Saugroboter dreht sich in größer werdenden Kreisen um sich selbst (Spot-Modus).
  3. Scheduling: Einplanen der Arbeitszeiten.
  4. Edge Clean: Wall-Funktion, Roboter fährt die Wohnung gezielt an den Wänden ab.
Die ablesbaren LED-Elemente ergeben nur bedingt Sinn.

Die Anzeigen und Buttons erfüllen alle ihren Dienst, sind aber wie schon beschrieben nicht unbedingt notwendig. Man darf das ruhig eher als Design-Versuch werten, den Roboter ansprechender wirken zu lassen. Entsprechend ist das Geschmackssache, ich hätte ihn aufgrund der App-Steuerung nicht benötigt.

Besonderes Manko: Die wichtigste Kennzahl, die man über das Display nachvollziehen möchte, ist nicht mit dabei: Der Akkustand. Dieser lässt sich (warum auch immer) nur über die App nachvollziehen.

Ladestation

Optisch ist die Station des Proscenic ein 08/15-Modell, das übliche Plastikkonstrukt. Erfüllt ihren Zweck, mehr aber nicht. Nach einer Ladezeit von knapp 5 h ist der Roboter bereit für eine Arbeitszeit von knapp 100 Minuten. Bei einer restlichen Akkuleistung von 20 % sucht der Roboter den Weg zurück zur Station. Wer die Station nicht nutzen möchte, kann den Roboter auch direkt mit dem Kabel aufladen.

Optisch das übliche Konstrukt aus Plastik.

Da er seine Station nicht immer auf Anhieb findet, bzw. manchmal auch gar nicht findet, ist das definitiv sinnvoll, dass er sich schon bei 20 % Restakku auf den Weg macht. Sorgt natürlich auch dafür, dass er nicht die komplette Akkuleistung zur Reinigung der Wohnung benutzt. Wer eine Wohnung oberhalb der 100 m² sein Eigen nennt, schaut sich in der Preisklasse lieber den Mi Robot an, der findet seine Station auch immer wieder.

Vor dem Laden an der Station muss der Roboter an der Seite angeschaltet werden.

Wie bereits oben erwähnt, habe ich kein Verständnis dafür, dass man den Akkuladestand nur über die App und nicht über das Display nachvollziehen kann. Das Modell scheint eindeutig auf die App-Nutzung ausgelegt zu sein, was zunächst auch in Ordnung ist. Wer sich allerdings Gedanken um seine Daten macht, die der Roboter sammelt, bleibt nur die Nutzung über die Fernbedienung – und weiß somit nie, wieviel Akku noch im Roboter steckt.

Nach einer Ladezeit von 5 h ist der Roboter einsatzbereit für 100 Minuten.

Die App „Proscenic Robotic“

Zunächst der Hinweis, der für alle Saugroboter zurzeit gilt: Der 790T lässt sich nur mit einem 2,4 GHz Netzwerk verbinden, nicht mit dem mittlerweile geläufigen 5 GHz Netzwerk. Bei den meisten WLAN-Modems kann man dies heutzutage aber umstellen, also auch 5 GHz nutzen. Je nach Modem und Anbieter funktioniert die Umstellung unterschiedlich. Hier einfach mal eine Suchmaschinenanfrage starten (etwa mit Bing 😉 ).

Registrierung

Es geht wieder nervig los: Natürlich muss man wie bei jeder App heutzutage seine Mailadresse zur Registrierung angeben, obwohl man selber da gar nichts von hat, Daten von sich abzugeben. Diese Adresse benötigt man im späteren Verlauf nicht mehr, wenn man sein Passwort nicht irgendwann mal vergessen sollte. Ergo kann man hier auch seine Wegwerf-/Spam-Mailadresse angeben. Immerhin lässt sich als Mainland auch Europe wählen (ohne damit verbundene Einschränkungen).

Mainland wählen, Mailadresse und Passwort festlegen, Roboter verbinden.

Verbindung mit dem WLAN

Darauf muss man den 790T als Modell auswählen (leider auch den Standort-Zugriff in der App erlauben – wofür auch immer der gebraucht wird) und den Saugroboter anschalten. Darauf hält man den „Aufladen-Button“ auf der Oberseite gedrückt bis das Display „CONN“ anzeigt.

Modell auswählen, Ortung erlauben und Button auf der Oberseite gedrückt halten.

Darauf das WLAN-Passwort eingeben, ein paar Einstellungen vornehmen und das Mainland nicht mehr ändern. Das Ändern des Mainlands kann nämlich dazu führen, dass Login-Probleme auftreten oder man aus dem aktuellen Login rausfliegt. Wer eine Wegwerf-Mail im Vorfeld verwendet hat, kommt eventuell nicht mehr rein. Diesen Schritt also zweimal überdenken, bevor man das macht.

Steuerung mit der App

Folgende Funktionen hat man mit der App:

  • Arbeitszeiten einplanen
  • Mapping
  • Fernbedienung in der App
  • Firmware-Updates (müssen an der Ladestation durchgeführt werden)
  • Reinigungsvorgänge nachvollziehen

Die Funktionen in der App erinnern sehr an die in der App des IMASS A3S oder des ILIFE A7. An sich zwar ausreichend, im Vergleich mit dem RoboRock S50 oder 360 S6 aber sehr eingeschränkt.

Mapping: Die vier Wände auf einer Karte

Während der RoboRock S50 oder DEEBOT OZMO 930 die Räume nach und nach (einzeln) durchgehen, nimmt der Proscenic immer einfach den geraden Weg. Solange, bis er nicht mehr geradeaus kann. Dann macht er kehrt, beim Drehen vor dem Hindernis fährt er natürlich ein paar Zentimeter weiter zur Seite – und fährt dann wieder die Geraden ab. Das sollte in der Theorie auch dafür sorgen, dass jeder Bereich abgefahren wird, sorgt in der Praxis aber dafür, dass doch einiges ungereinigt bleibt.

Der Roboter fährt die vier Wände linear ab.

Das Mapping funktioniert, allerdings ist es nicht so übersichtlich wie etwa bei den Xiaomi-Modellen. Zudem stellt sich nach der erstellten Karte die Frage: Was mache ich jetzt mit der Karte? Ich habe eine Karte meiner Wohnung, kann aber keine virtuellen Wände einzeichnen oder den Roboter in einen bestimmten Bereich schicken. Da geht bei den Topmodellen deutlich mehr. Einen bebilderten Vergleich der erstellten Maps liefern wir nach.

Performance

Ist der Roboter dann mit der App verbunden, kann es losgehen. Natürlich kann man den Roboter auch mit der mitgelieferten Fernbedienung lenken oder (wie es angedacht ist) autonom seine Runden drehen lassen. Comme vous voulez. Beim ersten Start macht sich besonders bemerkbar, dass die Reifen des 790T nicht gerade unauffällig quietschen. An sich ist der Roboter mit einer Betriebslautstärke von 60 dB ja eher ein ruhiger Zeitgenosse.

An sich ein relativ leiser Roboter, die Reifen quietschen aber merklich.

Dafür schlägt er sich in der Wohnung recht beachtlich, besonders wenn es um die Hinderniserkennung geht. Kurz vor einer Wand oder einem Möbelstück bremst der Roboter langsam ab und nähert sich dem Hindernis recht behutsam. Da gibt es noch deutlich schlauer agierende Modelle, für diese Preisklasse aber weitestgehend in Ordnung.

In den vier Wänden macht der Roboter zumindest auf Hartboden eine gute Figur.
Die Hinderniserkennung über die Sensorik (leuchtende Punkte vorne am Bumper) funktioniert gut.

Für Haushalte mit mehreren, komplizierteren Teppichen ist der 790T aber nicht wirklich geeignet. Zudem überwindet er nur Hindernisse, die niedriger als 1,5 cm sind, wodurch so mancher Teppich gar nicht erst befahren werden kann. Ein weiteres Manko ist die wirklich kleine Staubkammer, die sich schon nach kurzer Zeit sehr füllt und ihre Spuren im Innenleben des Roboters hinterlässt:

Die 0,3 l kleine Staubkammer wird sehr schnell voll.
Über hinterlassene Staubballen freut sich das Innenleben mit der mittleren Walze gar nicht.

Konsequenz daraus: Die Staubkammer muss oft geleert werden, der Roboter reicht nicht für Wohnungen oberhalb der 100 m² aus und muss sehr oft gereinigt werden. Bei zukünftigen Modellen wäre eine größere Kammer wirklich vonnöten, liebe Proscenic-Entwickler. Ansonsten macht der Roboter nicht viel falsch, ragt aus der Mittelklasse der Modelle bis 250€ aber auch nicht besonders heraus.

Alexa-Steuerung

Über den Alexa-Skill „Proscenic Robotic“ ist es möglich, dem Roboter eine recht geringe Zahl an Befehlen zu geben. Nutzer erfreuen sich eventuell dennoch über die Möglichkeit, den Roboter per Sprachbefehl starten und stoppen zu können. Die möglichen Befehle sind:

  1. „Alexa, starte Reinigung mit Saugroboter“
  2. „Alexa, stoppe Reinigung mit Saugroboter“
  3. Zeitplan für jeden Wochentag festlegbar (von Werk aus jeden Tag um 9 Uhr morgens)

Wischfunktion

Wer auf der Suche nach einem Saugroboter mit einer guten Wischfunktion ist, sollt sich an dieser Stelle lieber den DEEBOT OZMO 930 ansehen, oder in unseren Ratgeber der besten Saugroboter schauen. Weil die des Proscenic 790T erhält eher das Gütesiegel „Nein Danke“.

Aber der Reihe nach. Erst einmal müssen wir die Wischfunktion überhaupt anbringen. Dazu sind folgende Schritte notwendig:

1. Mikrofasertuch an den mitgelieferten Aufsatz mit Wassertank (Wasser vorher einfüllen) kleben.
1.1 So sieht das dann aus.
2. Aufsatz mit Tuch auf der Unterseite anbringen.
3. Dieser rastet ein, das funktioniert gut bis hierhin.
„Auf in den Kampf Junge!!!“ Nach wenigen Metern: „Äh, nee lass ruhig, ich wisch doch selber.“

Versuchen wir es höflich: Der Roboter zieht einen Wischmopp hinter sich her. Auf das Mikrofasertuch wird Wasser aus dem 0,1 l Mini-Wassertank gelassen. Damit düst der Roboter durch die vier Wände. Der Boden wird dadurch zwar etwas gereinigt, sieht bei Flecken aber alt aus. Wenn man es ganz böse (aber nicht falsch) sagen möchte: Der Boden wird eigentlich nur nass gemacht. Effekt? Keiner.

Nur da die Frage oft kommt: Dadurch, dass er keine Teppicherkennung oder Raumvermessung mit an Bord hat, würde der Roboter auch Teppiche mit bewässern. Diese müsste man (wenn man ihn wirklich wischen lassen würde) vorher wegräumen. Das ist aber noch recht normal, viel schlimmer ist, dass schon beim Befüllen des Wassertanks Wasser auf das Mikrofasertuch tropft. So ist das Tuch schon nass, bevor es eigentlich erst losgeht. In anderen Worten: Der Wassertank ergießt sich einfach über dem Tuch, von einer wirklichen Wischfunktion kann hier keine Rede sein. Bäh.

Fazit

Mit  (3,9 von 5,0 Sternen) in 569 Rezensionen ist der Saugroboter bei Amazon ziemlich gut bewertet – das kann ich mir persönlich aber nur damit erklären, dass die verfassten Rezensionen von Kunden kommen, die bislang keine starken Vergleichsmodelle zur Hand hatten. Das ist in der Preisklasse auch nicht weiter schlimm, wer allerdings den Vergleich zum Mi Robot aus Erfahrung ziehen kann – der wird bemerken, dass die beiden Modelle trotz des ähnlichen Preises nicht in der gleichen Liga spielen.

Zusätzliches Staubsaugen (z.B. mit einem Akkustaubsauger) fällt auf Dauer definitiv an, für eine oberflächliche Reinigung unterhalb von 100 m² reicht der 790T aber aus. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir im Vorfeld mehr von dem Roboter erwartet habe. So hielt ich ihn anhand der technischen Daten und Funktionen für ein besseres Mittelklasse-Modell, dies kann man ihm aber nur mit viel Wohlwollen und einem zugedrückten Auge attestieren. Zwar ist der 790T sein Geld aufgrund des Funktionsumfangs wert, wer aber weiß, dass der Mi Robot von Xiaomi das Gleiche kostet, kann hier nicht mehr guten Gewissens zuschlagen.

 

  • Fernbedienung und Firmware-Updates via App
  • CE-Kennzeichen, Garantie, schneller Versand
  • Alexa-Steuerung
  • Wischfunktion unterirdisch
  • Registrierung in der App nur mit Mailadresse
  • nur 2,4 GHz WLAN nutzbar
  • findet Ladestation nicht immer wieder